Vor etwa 300 Jahren entwickelten die Mönche von Shaolin, unter ihnen die legendäre Nonne Ng Mui, ein Kampfsystem, das nur die effektivsten Techniken und Trainingsprinzipien der ihnen bis dahin bekannten Kungfu-Stile beinhaltete. Massgeblich für die Auswahl der Techniken war stets die Bedingung, dass die Kämpfer auch gegen grössere und kräftigere Gegner siegreich sein konnten. Daher ist Wing Chun, wie kein zweites System, besonders für Frauen geeignet.
Durch Wing Chun wurde es möglich, in effizienter Art und Weise auch gegen körperlich überlegene Gegner zu kämpfen. Durch spezielles Sensibilisierungstraining der Arme (Chi Sao) lernt der Schüler, Lücken in der Deckung des Gegners zu erkennen und auszunutzen, und vor allem offene Räume in seiner Deckung blitzschnell zu schliessen.
Da Wing Chun immer allen anderen Kungfu-Stilen überlegen war, wurde es über die Jahrhunderte hinweg, wie ein Erbstück, nur an wenige ausgewählte Schüler/innen weitergegeben. Erst Yip Man durchbrach diese Tradition und gab sein Wissen in für jedermann zugänglichen Lehrgängen weiter.
Wing Chun ist kein Sport, sondern ein Kampfsystem ohne Regeln. Damit bietet es eine auf den Ernstfall bezogene, kompromisslose Form der Selbstverteidigung. Wing Chun ist direkt, benutzt nur kurze ökonomische Bewegungen. Dieses Kampfsystem ist in nahezu jedem Alter und ohne spezielle körperliche Voraussetzungen erlernbar.
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